Leserbrief von Dietmar Mieth an die Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung der LVZ

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um die Veröffentlichung meiner folgenden Bemerkungen zum Zeitungsartikel vom 11.02.2004

„Ab August kommt Strom aus Südwest“

Das von Herrn Lutz Mörtl gegenüber der LVZ Gesagte klingt wenig plausibel, ebenso wie in der 550 Seiten umfassenden Antragstellung zur Betriebsgenehmigung wenig Plausibilität zu erkennen sein dürfte. Es hat den Anschein, als ob Ungereimtheiten und Unzulänglichkeiten das gesamte Projekt mit Namen „Biomassekraftwerk Delitzsch GmbH“ begleiten würden.

Die Frage ist nun, ob das Regierungspräsidium Leipzig einen Persilschein für dieses Werk in Form einer Betriebsgenehmigung ausstellen wird. Der Erörterungstermin, dieser wird am 19.02.2004 öffentlich stattfinden, sollte fachlich fundierte und gesetzeskonforme Antworten seitens des Antragstellers auf unsere schriftlichen Einwendungen und die an diesem Tag gegen die Betriebsgenehmigung mündlich vorgetragenen Argumente geben. Wir hoffen nicht, dass bei der Meinungsbildung des Regierungspräsidiums der Grundgedanke der letzten Wahlkampfparole des CDU-Landrates Czupalla, „Weil man sich kennt“, tief greifend in das Genehmigungsprozedere einwirken wird.

Bahnschwellen in Sandersdorf liegen zur Verbrennung schon bereitEs sieht so aus, als würden die ersten hochgiftigen Althölzer, die Herr Mörtl in seinem LVZ-Artikel andeutete, bereits im sachsen-anhaltinischen Sandersdorf angekommen sein. Oder sollte man bei hochgiftigen Bahnschwellen, die er in Delitzsch unter der zwar korrekten aber sinnentstellenden Bezeichnung „Biomasse“ verbrennen will, lieber von Heranwachsen als von europaweitem Herankarren sprechen, da wir es schließlich mit Hölzern zu tun haben?

Und wieder klingt das Gesagte des Herrn Mörtl unplausibel, denn die Biomassekraftwerk Delitzsch GmbH hat im Jahre 2003 einen 20-Jahres-Vertrag über Altholzlieferung mit der Pfleiderer-Tochterfirma Interwood unterzeichnet. Außerdem haben im Frühjahr 2002 die Technischen Werke Delitzsch für 1,05 Mio. Gesellschafteranteile in Höhe von 49% bei einem zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb in Naundorf bei Zeitz übernommen. Dieser Betrieb sollte doch eigentlich die Hölzer Schreddern, Zertifizieren und Lagern. Der TWD-Geschäftsführer, Herr Mörtl, ist in diesem Betrieb mit Namen BMG / SVG als weitere Geschäftsführer eingetragen. Das Stadtwerke-Journal, Delitzsch schrieb in der Ausgabe 03/2002: „Die Realisierung des geplanten Biomassekraftwerkes benötigt diesen wichtigen Schritt in Richtung Gewinn bringender Kooperation...“.

Warum gab man dieses Geld für den Erwerb von Anteilen an diesem Betrieb aus, wenn er nun letztendlich Nichts mehr mit dem Delitzscher Eingangsmaterial mehr zu tun haben soll?
Die Sandersdorfer Firma hat nach unseren Recherchen auch nicht die für den reibungslosen Betrieb des Delitzscher Ofens notwendigen Schredderkapazitäten.

Wir hoffen, dass sich wenigstens die Managerriege der Biomassekraftwerk Delitzsch GmbH, der Technischen Werke sowie die im Aufsichtsrat der Stadtwerke sitzenden Stadtratsabgeordneten und deren Aufsichtsratsvorsitzender, Herr OBM Bieniek, in dem ganzen Wirrwarr noch zu Recht finden.

Die im LVZ-Artikel aufgeführte „videoüberwachte Halle“ des so genannten Biomassekraftwerkes scheint zumindest den Sinn des Herrn Mörtl für Hightech und Überwachung zum Ausdruck zu bringen. Da gleichen wir uns, da die Bürgerinitiative auch so eine Art Überwachung vollzieht. - Wir sind auf brennend heißer Spur.

Dietmar Mieth
Zschepen, den 13.02.2004

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