Dietmar Mieth
Dorfring 22
04509 Zschepen




Zschepen, den 18.Juni 2004

Leipziger Volkszeitung
Redaktion Delitzsch
Rossplatz 5
04509 Delitzsch


Sehr geehrte Damen und Herren,

erneut will ich den schier unmöglichen Versuch unternehmen, Ihre Redaktion für eine ungekürzte Veröffentlichung meiner nachfolgenden Leserzuschrift zu gewinnen.

Darin kommt meine Meinung zu den LVZ-Artikeln „Aldehyde bei Brand verdampft - Gutachter kontrolliert Holz für Kraftwerk“ vom 16.06.2004 und „Firmenleitung: Keine Gefahr für Gesundheit“ vom 5./6.06.2004 zum Ausdruck.

Im Gegensatz zu dem LVZ-Artikel vom 5./6. Juni 2004 „Firmenleitung: Keine Gefahr für Gesundheit“ gibt nun der Betreiber des Kraftwerkes zu, dass „auch Spanplatten“ ein Opfer des Feuers wurden. Anfänglich sollten doch nur „allein ökologisch unbedenkliche Althölzer“ verbrannt sein. Bleibt abzuwarten, ob sich in seinem nächsten Statement der „Bio“-Kraftwerksbetreiber auch noch an die vielen Kunststoffverunreinigungen inmitten der folienbeschichteten Althölzer erinnern wird.

Die Anfänge einer kleinen Bildergalerie zu diesem Thema wurden auf der Homepage unserer Bürgerinitiative, zu finden unter der Adresse: www.pro-demokratie.com, veröffentlicht. Diese werden sicher das Erinnerungsvermögen steigern helfen. Auch spenden die betreibertreuen Aussagen des Vizelandrates Fiedler den betroffenen Zschepener und Selbener Bürgern, die in der Brandnacht teilweise unerträgliche Rauchbelastungen über sich ergehen lassen mussten, ein wenig Trost. Nur zu verständlich ist Fiedlers nichts sagende Wortmeldung. Schließlich ist er ein Angehöriger der Genehmigungsklientel dieses so genannten „Biokraftwerkes“. Schon allein damit ist das Politikum perfekt.

Ob nach einem jederzeit technisch möglichen Brand im „Biomassekraftwerk“ der Technischen Werke Delitzsch auch der Aufsichtsratsvorsitzende, OBM Bieniek, und der Geschäftsführer, Herr Mörtl, so ehrlich wie Herr van Meegen im obigen Artikel sein Bedauern bei Auftreten von möglichen „gesundheitlichen Problemen“ zum Ausdruck bringen werden, wird sich zeigen.

An jedem Tag führt die Menschheit Krieg. Ein schleichender, aber gnadenloser Krieg gegen die Umwelt. Sie vernichtet ihre Lebensgrundlage und nimmt andere Lebewesen, die diesen Planeten seit hundertmillionen von Jahren bewohnen mit ins Grab. Machtgier und das niemals zu stillende Streben nach noch mehr Geld sind die Triebkräfte. Der neu emporgekrochene Adelsstand der Müllbarone bezeichnet sich selbst als Retter dieser Erde. Man läßt Gesetze schaffen, die auch noch das Verbrennen der giftigsten Materialien unter dem Deckmantel der ökologischen Nachhaltigkeit fixieren. Zudem organisieren diese Gesetze die Belohnung der Allesverbrenner mit dem zuvor dem Volk abgemolkenen Geld. Kollateralschäden unter der Zivilbevölkerung sind unauffälliges Beiwerk.- Es ist Krieg!

Dietmar Mieth


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